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Tintenherstellung & Tintenfraß


In der Geschichte der Schreibstoffe spielen Tinten eine wichtige Rolle. Weit verbreitet war seit der Antike die Verwendung so genannter Eisengallustinten. Sie werden auch heute noch als Bestandteil dokumentenechter Tinten genutzt, auch wenn mit der Entwicklung der Chemie im 19. Jahrhundert die Eisengallustinten überwiegend durch synthetische Farbstoffe ersetzt wurden. Bestandteile der Eisengallustinten können infolge chemischer Prozesse den beschleunigten Zerfall, z.B. des beschriebenen Papiers, herbeiführen bis hin zum Herausbrechen ganzer Papierteile im Schriftbereich. Die Behandlung von „Tintenfraß“ zählt zu den Aufgabenfeldern der Restaurierungswerkstätten in den Archiven.

Modul für Jugendliche der Altersgruppe 12-18 Jahre
(Jahrgangsstufen 7 bis 12)

Optimale Gruppengröße:
ca. 5 Personen
Personal:
ein(e) Archivar(in)/Archivpädagog(e/in), ein(e) Restaurator(in). Bei Schritt 4 ist die Unterstützung durch eine kundige Assistenzkraft ratsam.

Das Modul lässt sich grundsätzlich sowohl außerhalb des Archivs (z.B. Laborräume einer Schule) als auch in einer Archivwerkstatt durchführen.

Vorlage eines durch Tintenfraß geschädigten Archivales (Papier und/oder Pergament). Diskussion im Plenum über die Leitfrage:

  • Was ist hier passiert?
  • Liegt es am Beschreibstoff, am Schreibstoff oder an beiden Komponenten?
  • Einführung des Begriffs Tintenfraß.

Medien: Beispielarchivale, Vergrößerungsglas, Mikroskop
Zeit: 10 Minuten

Internetrecherche in Kleingruppen zu den Aspekten Eisengallustinten:

  • Was ist das?
  • Woraus bestehen sie?
  • „Prominente“ Beispiele für Tintenfraß (z.B. Bach-Handschriften)?
  • Welche chemischen Prozesse spielen sich ab?
  • Welche Behandlungsmethoden gibt es?

 Medien: Internet. Links zum Einstieg: www.uni-muenster.de, www.knaw.nl, www.miponline.org, www.uni-marburg.de, www.kinder-hd-uni.de
Zeit: 20 Minuten

Zusammenführung der Rechercheergebnisse im Plenum

Medien: Arbeitsblatt
Zeit: 15 Minuten

Unter Anleitung stellen die Jugendlichen eine Eisengallustinte nach einem historischen Rezept her. Ergänzende Erklärungen zu den Ausgangsstoffen (Eichengallen, Eisenvitriol usw.) und zur anschließenden Reifung der Tinten.

Medien: Arbeitsblätter/Rezeptvorlagen; dort aufgeführte Materialien und Geräte zur Herstellung
Zeit: 30 Minuten

Unter Anleitung stellen die Jugendlichen aus Vogelfedern Schreibkiele her (Zurechtschneiden und evtl. Härten).

Medien: Vogelfedern, Arbeitsblätter: Skizzen und Zeichnungen
Zeit: 10 Minuten

Schreibübungen mit den hergestellten Federkielen und (gereifter) Eisengallustinte:
Abschrift einzelner Wörter aus Schrifttafeln (z.B. Majuskel, Minuskel, Kursive; nach Möglichkeit auf unterschiedlichen Beschreibstoffen: Papyrus, Pergament, Papier).

Medien:
Schrifttafeln (aus paläographischen Hilfsmitteln), unterschiedliche Beschreibstoffe
Zeit: 10 Minuten

Plenumsdiskussion über die Erfahrungen, ergänzt um ein kurzes Impulsreferat durch Archivar(in):

  • zu wichtigen Stationen der Schriftentwicklung,
  • zur Bedeutung der Paläographie als historischer Hilfswissenschaft für Erschließung und Auswertung im Archiv,
  • zum Unterschied Originalquelle – Edition – gedruckte Quelle im Schulbuch.

Zeit: 15 Minuten

Interview mit Restaurator(in) zu den Leitfragen:

  • Wie kann man Tintenfraß behandeln?
  • Welche Techniken werden zum Stoppen des fortschreitenden Papierabbaus bzw. zur Stabilisierung des Papiers angewendet?

Nach Möglichkeit sollten Verfahren wie Phytatbehandlung, Papierspalten oder Kaschieren mit Japanpapier vorgestellt werden (anhand einer Präsentation oder kurzer Filme).

Zeit: 15-30 Minuten

Abschlussbesprechung im Plenum

Zeit: 10 Minuten


Die Jugendlichen erwerben in den Bereichen der Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz folgende Fähigkeiten:

Sie kennen ...

… Aufgaben, Verfahren und Methoden der Restaurierungswerkstätten

  • typische Schadensbilder durch Schreibstoffe (Tintenfraß, Farbfraß) auf Papier und Pergament

  • Verfahren, den Papierabbau durch Tintenfraß zu stoppen bzw. geschädigte Papiere zu stabilisieren.


… weitere Arbeitsfelder von Archiven

  • Bedeutung der Paläographie als historischer Hilfswissenschaft bei der Erschließung und Auswertung von Archivbeständen


Sie beschreiben und beurteilen:

  • die Bedeutung von Tinten als Schreibstoffen, Techniken des Schreibens, verschiedene Schriftarten und ihre historische Entwicklung