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Archiveinsturz in Köln


Am 3. März 2009 stürzte das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Rund 30 km Archivgut aus dem Mittelalter bis zur Gegenwart wurden unter einem Berg von Bauschutt begraben oder „versanken“ in einen Krater, der weit unter den Grundwasserspiegel reicht. Der Ordnungs- und der Erhaltungszustand des Archivguts wurden dabei massiv zerstört. Durch die exemplarische Beschäftigung mit einem Karton geborgener Archivalien unterschiedlicher Bestände erfahren die Jugendlichen die Zusammenhänge zwischen der Bergung, Schadenserfassung, Wiederherstellung des Ordnungszustands und Restaurierung des Archivguts.

Modul für Jugendliche der Altersgruppe 12-18 Jahre
(Jahrgangsstufen 7 bis 12)

Maximale Gruppengröße:
12 Personen
Personal:
ein(e) Archivar(in)/Archivpädagog(e/in), ein(e) Restaurator(in)

Das Modul ist eng an die Situation des Historischen Archivs der Stadt Köln gebunden. Es kann grundsätzlich dort und ggf. an den Standorten der Asylarchive, in denen vorübergehend Kölner Archivgut gelagert wird, durchgeführt werden.

Internetrecherche: In Kleingruppen oder Einzelarbeit informieren sich die Jugendlichen über den Archiveinsturz, die Funktion und Bedeutung dieses Archivs, die Bewertung des Einsturzes in den Medien und den Stand der Bergung und Wiederaufbauarbeiten.

Medien: Internet
Zeit: 15 Minuten
(ggf. vorbereitend zum Besuch)

Zusammentragen der Rechercheergebnisse in einem moderierten Gespräch:
Benennung der Herausforderungen durch Verlust, Unordnung und Beschädigung.

Medien:
Flipchart, ggf. Fotos der Schadensstelle
Zeit: 10 Minuten

Exemplarische Beschäftigung mit einer Bergungskiste, deren Inhalt unterschiedliche Schadensbilder aufweist und sich in unterschiedlichem Maß identifizieren lässt: gemeinsames Ausheben im Magazin des Asylarchivs, arbeitsteilige Gruppenarbeit zu einzelnen Bergungseinheiten. Vorüberlegungen, was in der Restaurierungswerkstatt mit den Stücken passieren müsste, um sie wieder nutzen zu können (Reinigung, Rissschließung, Glätten usw.).

Medien: Karton mit geborgenem Archivgut
Zeit: 20 Minuten

Präsentation der Einzelbefunde aus den Kleingruppen.

Zeit: 10 Minuten

Mithilfe der (digital vorliegenden) Findmittel werden (einzelne) Bergungseinheiten mit Bestandsangaben identifiziert und im Ordnungszustand des Archivs verankert.

Medien:
Findmittel (digital oder im Ausdruck); ggf. Kopie bzw. PC und Beamer
Zeit:
10 Minuten

Impulsreferat: Vorstellung der Tektonik des Archivs ausgehend von einem Findbuch.

Medien: PC und Beamer
Zeit: 30 Minuten

Jugendliche entwickeln und diskutieren in einem moderierten Gespräch Konzepte für die Wiederherstellung der Ordnungsstruktur (Bestände) und für die Restaurierung.

Zeit: 15 Minuten

Vorführung und Diskussion eines Kurzfilms der BStU (Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik) in Verbindung mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik zur virtuellen Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen. IT-unterstützte Zusammensetzung von fragmentiertem Schriftgut; Einsatz digitaler Technik zur virtuellen Rekonstruktion von Geschichtsquellen; Überlegungen zum Einsatz der Technik bei der Zusammenführung der „Kölnflocken“.

Medien:
Film; Informationen zum Thema:
www.bstu.bund.de, PC, Beamer mit Lautsprechern
Zeit: 20 Minuten

Interview mit Archivar(in) zur eingesetzten Bergungssoftware, der Praxis der virtuellen Beständezusammenführung und der Schadensklassifikation.

Medien:
PC mit Bergungserfassungssoftware, Beamer
Zeit: 20 Minuten

Jugendliche geben gemeinsam mit Archivar(in) und Restaurator(in) die Bergungseinheiten der von ihnen analysierten Kiste in die Bergungssoftware ein.

Medien:
PC mit Bergungserfassungssoftware, Beamer
Zeit: 10 Minuten

Interview mit Restaurator(in): Grundprinzipien, Methoden, Techniken und Arbeitsmaterialien der Restaurierung beim Umgang mit typischen „Kölner Schadensbildern“. Nach Möglichkeit Vorführen einiger Restaurierungsverfahren und Präsentation von restaurierten Stücken. Soweit eine Restaurierungswerkstatt am Ort: Gelegenheit für die Jugendlichen, einzelne Techniken selbst auszuprobieren (an nicht archivwürdigen Schriftstücken).

Medien:
 ggf. PC, Beamer
Zeit: 30 Minuten

Jugendliche entwickeln in einem moderierten Gespräch Konzepte, wie Archivalien vor Schäden und Verunordnung geschützt werden können (Verpackung, Bindung, Paginierung/Foliierung, Sicherungsverfilmung, Digitalisierung usw.).

Medien:
Flipchart
Zeit: 10 Minuten

Abschlussbesprechung im Plenum

Medien:
Handout mit Internetadressen
Zeit: 10 Minuten

Die Jugendlichen erwerben in den Bereichen der Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz folgende Fähigkeiten:

Sie kennen ...
… Aufgaben, Verfahren und Methoden der Restaurierungswerkstätten

  • Bedeutung der Schadenserfassung bei der Konservierung und Restaurierung von Archivgut

  • typische Schadensbilder an Archivgut (Oberflächenschmutz, Risse, Stauchungen, Verblockungen, auslaufende Tinten etc.)

  • Grundprinzipien, Methoden, Techniken und Arbeitsmaterialien der (Papier-) Restaurierung

  • Schutz- und Sicherungsmedien; Sicherungsverfilmung zur Vorbeugung vor Totalverlust


… weitere Arbeitsfelder von Archiven

  • Bedeutung von Findmitteln für die Wiederherstellung des Ordnungszustands


Sie beschreiben und beurteilen:

  • die Bedeutung der Sicherung von Zeugnissen der Vergangenheit

  • die Bedeutung der historischen Überlieferung für ihre eigene Gegenwart