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Ein Experiment


Anhand eines „fiktiven Archivbestands“, den Jugendliche im Vorfeld gebildet haben, oder anhand von nicht archivwürdigem Schriftgut werden typische Schadensbilder simuliert (Feuer, Wasser, Schmutz, mechanische Schäden), Möglichkeiten der Vermeidung oder Verringerung der Schäden diskutiert sowie die Chancen und Grenzen einer Schadensbehebung in der Restaurierungswerkstatt vermittelt.

Modul für Jugendliche der Altersgruppe 15-18 Jahre
(Jahrgangsstufen 10 bis 12)

Maximale Gruppengröße:
25 Personen
Personal:
ein(e) Archivar(in)/Archivpädagog(e/in), ein(e) Restaurator(in)

Das Modul lässt sich grundsätzlich sowohl außerhalb des Archivs als auch in einer Archivwerkstatt durchführen; für Schritt 8 ist der Besuch der Archivwerkstatt zu empfehlen.

Jugendliche sammeln zu einem selbst gewählten Thema (z.B. Ereignis der Tagespolitik, Tournee einer Band, sportliches Großereignis) über einen begrenzten Zeitraum alles, was sie dazu finden (Zeitungen, Zeitschriften, Ausdrucke aus dem Internet usw.). Unter fachlicher Anleitung erfolgt eine Bewertung des gesammelten Materials (z.B. Kassation von Dubletten) und die Bildung eines fiktiven Bestandes (im Rahmen eines Projekts könnte man hier auch Grundsätze archivischer Erschließung erörtern).

Zeit: Sammlungsphase i.d.R. mehrere Wochen im Vorlauf zur Veranstaltung. Bildung des Bestands (einschließlich Diskussionen zu archivischer Bewertung, Ordnung und Erschließung) ca. ½ Tag.

Erzeugung von typischen Schäden entweder am fiktiven Bestand oder – sofern dieser Schritt nicht durchgeführt wurde – anhand von Massendruckerzeugnissen aus Druckereien, Zeitungsverlagen bzw. nicht archivwürdigem Schriftgut: z.B. Schriftgut in Wannen mit (Schmutz-) Wasser legen, Ansengen/Anzünden, mechanische Beschädigungen z.B. durch Herumtrampeln oder Überfahren mit einem PKW. Bei längerem Vorlauf könnten auch Zeitungen auf der Fensterbank über einige Tage Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Medien: „Fiktiver Bestand“ bzw. nicht archivwürdiges Schriftgut
Zeit: 45 Minuten

Zur Verdeutlichung des Stellenwerts archivischer Verpackung sollten die Experimente (Schritt 2) parallel jeweils mit unverpacktem und kartoniertem Schriftgut durchgeführt werden.

Medien: „Fiktiver Bestand“ bzw. nicht archivwürdiges Schriftgut, Archivschachteln
Zeit: parallel zu Schritt 2

Simulierte Bergungsübung: In einer Menschenkette werden etwa 20 mit nicht archivwürdigem Schriftgut gefüllte Kartons bzw. ein entsprechender Stapel unverpackten Papiers von A nach B transportiert.

Auswertung der Eindrücke und Erfahrungen aus den Schritten 2-4 im Plenum.

Medien: „Fiktiver Bestand“ bzw. nicht archivwürdiges Schriftgut, Archivschachteln
Zeit: 15 Minuten

Gang durch ein Archivmagazin
(bzw. Präsentation von Bildern aus Archivmagazinen) mit verpacktem Archivgut.

Medien: ggf. Präsentation
Zeit:
5 Minuten

Arbeitsteilige Gruppenarbeit:

Arbeitsgruppe 1: Internetrecherche zu Großschadensereignissen und typischen Schadensbildern an Archivgut (Kategorisierung).

Arbeitsgruppe 2:
Recherche in Schulbüchern nach Darstellungen und Quellen zur gezielten Vernichtung von Kulturgut z.B. in Kriegen, Französischer Revolution, Bücherverbrennung während der NS-Zeit, Stürmung der Stasizentralen während der Wende usw.

Medien: Internet; Links zum Einstieg z.B. www.uni-muenster.de,
www.landesarchiv-bw.de, Schulbücher
Zeit:
20 Minuten

Zusammenführung der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen 1 und 2 sowie Diskussion im Plenum zu Gefahren für Kulturgut, Möglichkeiten der Schadensvorbeugung.

Medien: Flipchart
Zeit:
15 Minuten

Interview in der Restaurierungswerkstatt: Welche Grundmethoden stehen für die Behebung typischer Schadensbilder zur Verfügung? Jugendliche erproben (anhand von nicht archivwürdigem Schriftgut/Teilen des fiktiven Bestands) einzelne Verfahren selbst aus: Trockenreinigung, Fehlstellenergänzung durch Anfaserung bzw. Methylcellulose/Japanpapier.

Medien: Fiktiver Bestand/nicht archivwürdiges Schriftgut
Zeit:
30 Minuten

Abschlussbesprechung im Plenum

Zeit: 10 Minuten


Die Jugendlichen erwerben in den Bereichen der Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz folgende Fähigkeiten:

Sie kennen …

… Aufgaben, Verfahren und Methoden der Restaurierungswerkstätten

  • Großschadensereignisse und typische Schadensbilder an Papier durch Wasser, Brand, Schmutz, mechanische Beanspruchung

  • Grundverfahren der Schadensbehebung


… weitere Arbeitsfelder von Archiven

  • Unterschiede bei der Entstehung von Archivgut:
    Überlieferung aus Behörden, Sammlungsgut

  • Maßnahmen der Schadensvorsorge (Schutz vor Wasser, Brand, Staub, Licht, gewaltsamer Beschädigung usw.)


Sie beschreiben und beurteilen:

  • grundsätzliche Dimensionen restaurierender und archivarischer Arbeit

  • Bedeutung des Schutzes von Kulturgut