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Herstellung & Erhaltung von Papier


Neben Pergament nimmt unter den Beschreibstoffen das Papier eine herausragende Stellung ein. Ein Großteil des industriell hergestellten Papiers von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts unterliegt produktionsbedingten Zerfallsprozessen: Das Papier vergilbt, wird spröde und zerbröselt regelrecht. Dem Erhalt von Papier kommt folglich eine besondere Bedeutung bei der Arbeit von Restaurierungswerkstätten in Archiven zu. Gängige Verfahren der Papierrestaurierung
– wie die so genannte Anfaserung – greifen dabei Methoden der Papierherstellung auf.

Modul für Jugendliche der Altersgruppe 12-18 Jahre
(Jahrgangsstufen 7-12)

Maximale Gruppengröße:
15 Personen
Personal:
mindestens ein(e) Archivmitarbeiter(in)/Archivpädagog(e/in)
und ein(e) Restaurator(in)

Das Modul kann grundsätzlich auch außerhalb des Archivs oder der Archivwerkstatt durchgeführt werden. Empfohlen ist der Besuch in der Restaurierungswerkstatt insbesondere für Schritt 9.

Jugendliche „begreifen“ und erkennen (haptisch und optisch) Unterschiede gängiger Beschreibstoffe (Papyrus, Pergament, Papier), auch im Bezug auf deren Beschreibbarkeit.

Medien: Materialmuster: Papyrus, Pergament (Unterschied zu Leder), Hadernpapier, gestrichenes Druckpapier
Zeit: 15 Minuten

Impulsreferat: zum Thema „Herstellung von Papyrus und Pergament“ sowie zur Bedeutung der Materialität (Haltbarkeit) für die Überlieferungssituation.

Medien: Präsentation
Zeit: 10 Minuten

Jugendliche schöpfen unter Anleitung Papier mit Wasserzeichen: Zerreißen von Papieren, Zerkleinerung mit Wasser in einem Mixer, Zugabe in eine Bütte mit Wasser, Umrühren, Schöpfen, Abgautschen, Trocknen/Pressen/Glätten.
Ggf. auch Leimung einiger geschöpfter Papiere mit anschließender Trocknung.

Medien: Papierfasern, Mixer, Bütte, Stange, Schöpfrahmen, Malerrolle, Vlies, Trockengestell (Wäscheständer), Presse oder hilfsweise Föhn/Gebläse/Bügeleisen; ggf. Wanne mit Gelatineleim

Zeit: 30 Minuten
(abhängig von Gruppengröße!)

Schreibversuche der Jugendlichen mit Tinte oder Filzstift auf geschöpftem, ungeleimtem Papier („Löschpapiereigenschaften“, chromatographische Eigenschaften) und geleimtem Papier.

Medien: Füllfederhalter mit Tinte, Filzstifte, wegen der Trocknungszeit sollten vorbereitete Papiere eingesetzt werden.
Zeit: 5 Minuten

Entdecken und Beschreibung von Wasserzeichen in historischen Papieren mithilfe von Durchlichttechnik. Insbesondere bei jüngeren Jugendlichen kann man auch Wasserzeichen abpausen lassen.

Medien: Leuchttisch, Papiere mit Wasserzeichen, ggf. Transparentpapier, Bleistifte
Zeit: 5 Minuten

Internetrecherche zu den Leitfragen:

  • Wo erfahre ich etwas über Wasserzeichen?
  • Was sagt ein Wasserzeichen über den Entstehungszusammenhang eines Dokuments aus?

Medien: Internet. Links zu einschlägigen „Datenbanken“: www.piccard-online.de, www.memoryofpaper.eu
Zeit: 15 Minuten

Impulsreferat: Wichtige Etappen der Papierherstellung (Rohstoffe, Techniken, endogener Papierzerfall, Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz, Recyclingpapiere usw.)
Erläuterung des Begriffs „alterungsbeständiges Papier“ (DIN ISO 9706; Bedeutung für die Behördenberatung durch Archive)
Kurzvorstellung von Verfahren zur Massenentsäuerung.

Medien: Präsentation; nicht archivwürdige Schriftstücke: Hadernpapier und stark vergilbtes, brüchiges Papier mit erkennbarem Holzschliffanteil; ggf. Einsatz von Kurzfilmen von Dienstleistern zur Massenentsäuerung
Zeit: 15-30 Minuten

Jugendliche erkennen durch Mikroskopieren verschiedener Papiere z.B. unterschiedliche Faserlängen und lernen Techniken zum Test von Papierstabilität kennen (Nagelprobe, Biegeprobe).

Medien: (Aufsicht-, Durchlicht-) Mikroskope. Nicht archivwürdige Schriftstücke: Hadernpapier und stark vergilbtes, brüchiges Papier mit erkennbarem Holzschliffanteil
Zeit: 15 Minuten

Jugendliche führen unter Anleitung einzelne Verfahren zur Fehlstellenergänzung oder Stabilisierung von Papier anhand von nicht archivwürdigen Schriftstücken aus, z.B. Anfaserung am Sogtisch/Handanfaserung, Kaschieren mit Japanpapier/Methylcellulose.

Medien: nicht archivwürdige Schriftstücke, Japanpapier, Methylcellulose, Sogtisch/Handanfaserungsgerät, Malerrolle, Vlies, Löschkarton, Presse
Zeit: 30 Minuten


Abschlussbesprechung im Plenum

Zeit: 10 Minuten


Die Jugendlichen erwerben in den Bereichen der Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz folgende Fähigkeiten:

Sie kennen...
... Aufgaben, Verfahren und Methoden der Restaurierungswerkstätten

  • Verfahren der Papierherstellung

  • Techniken zur Erkennung von Wasserzeichen oder Papierstrukturen
    (Durchlicht, Mikroskop usw.)

  • konservatorisch-restauratorische Maßnahmen zur Verlangsamung des endogenen Papierzerfall (Massenentsäuerung)

  • Datenbanken zur Identifizierungen von Wasserzeichen

 
... weitere Arbeitsfelder von Archiven:

  • Stellenwert der Behördenberatung z.B. im Hinblick auf die Verwendung alterungsbeständiger Papiere


Sie beschreiben und beurteilen:

  • die Möglichkeit, Aussagen über die „Geschichte eines Dokuments“ (wann und wo könnte es entstanden sein) auch anhand der Materialität und mithilfe „verborgener Zeichen“ wie Wasserzeichen zu klären.